Der Zoll alarmiert Verbraucher in Deutschland: Produkte, die als natürlicher honig verkauft werden, können verschleierte Arzneistoffe enthalten.
Untersuchungen zeigen, dass in solchen Lebensmitteln oft Hemmstoffe der cGMP-abbauenden Phosphodiesterase 5 (PDE‑5) stecken. Konkret werden Stoffe wie Sildenafil und Tadalafil nachgewiesen.
Seit 2022 sichern Behörden vermehrt diese Waren. Es gibt aber noch keine vollständigen bundesweiten Zahlen. Das macht die Lage schwer einzuschätzen.
In diesem Artikel erfährst du, warum der Zoll vor getarnten Angeboten warnt, was die versprochene wirkung bedeutet und welche Risiken fehlende Kennzeichnungen bringen. Am Ende weißt du, welche Fragen du dir vor dem Kauf stellen solltest, um dich zu schützen.
Aktuell warnt der Zoll: honigartige Produkte mit potenzsteigernder Wirkung im Umlauf
Die Generalzolldirektion meldet, dass seit 2022 vermehrt süß aussehende Pasten mit nicht erlaubten Wirkstoffen auffallen. Viele Sendungen kommen über das internet oder werden von Reisenden eingeführt.
Am Flughafen und in Paketkontrollen finden Zollbeamte regelmäßig verdächtige Mitbringsel. Untersuchungen in Baden‑Württemberg zeigten, dass alle analysierten honigähnlichen Pasten Sildenafil oder Tadalafil enthielten.
Solche Produkte tauchen unter Namen wie „Horny Performance Chocolate“, „Jaguar Power“ oder „Secret Miracle Honey“ auf. Sie sind verschreibungspflichtig und können ohne ärztliche Betreuung schwere nebenwirkungen verursachen.
Fehlende Dosierungsangaben erhöhen das Risiko zusätzlich. Achte kritisch auf Herkunft und Kennzeichnung, um dich vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen.

| Produktname | Fundort | Nachgewiesene Wirkstoffe |
|---|---|---|
| Horny Performance Chocolate | Internetbestellung | Sildenafil |
| Jaguar Power | Reisegepäck / Flughafen | Tadalafil |
| Secret Miracle Honey | Sicherstellung in Baden‑Württemberg | Sildenafil & Tadalafil |
potenz honig im Fokus der Behörden: Funde, Zahlen und Beispiele aus Deutschland
Behördenberichte aus mehreren Bundesländern zeigen eine klare Zunahme bei beschlagnahmten, süß wirkenden Pasten. Die Fälle reichen von gezielten Internetbestellungen bis zu Zufallsfunden im Handel.
Karlsruhe und Bayern: regelmäßige Nachweise
Das Regierungspräsidium Karlsruhe bearbeitete 2024 insgesamt 18 Fälle, nach nur drei im Jahr 2023. In allen Proben wiesen Labore PDE‑5‑Hemmer nach.
In Bayern testete die Arzneimitteluntersuchungsstelle seit 2023 56 Proben. Bei 49 Proben fanden Ermittler potenzsteigernde Wirkstoffe.
Flughafenfunde und Gepäckkontrollen
Kontrollen am flughafen bringen teils große Mengen ans Licht. Am Airport Köln/Bonn entdeckte der Zoll fast 35 kilogramm potenzhonig im gepäck einer Rückkehrerin.
„Mehr Potenzhonig hat der Zoll noch nie im Gepäck einer Person gefunden“, so ein sprecher des Hauptzollamts Köln.
Vom Internet bis in den Supermarkt
Die Sicherstellungen betreffen nicht nur das Netz. 2024 konfiszierte der Zoll in einem Supermarkt in Biberach 4,5 kg eines als honig deklarierten Produkts und leitete ein Ermittlungsverfahren ein.
| Ort | Fallzahlen / Menge | Ergebnis |
|---|---|---|
| Karlsruhe | 2024: 18 Fälle | Alle Proben positiv |
| Bayern | Seit 2023: 56 Proben | 49 mit Wirkstoffen |
| Köln/Bonn (Flughafen) | ~35 kilogramm im Gepäck | Rekordfund, Ermittlungen |
Welche Risiken du kennen musst: Wirkung, Nebenwirkungen und gefährliche Wechselwirkungen
Versteckte Arzneistoffe in süßen Produkten stellen ein ernstes Risiko für Nutzer dar. Alle untersuchten Proben enthielten Sildenafil oder Tadalafil.
Nicht deklarierte PDE‑5‑Hemmer blockieren ein Enzym und erweitern Blutgefäße. Das ist die medizinische wirkung bei Erektionsstörungen, weshalb diese Substanzen verschreibungspflichtig sind und ärztlich überwacht werden müssen.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Zu den möglichen nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen. Schwere Herz‑Kreislauf‑Ereignisse sind dokumentiert.
Gefährlich sind Kombinationen mit Nitraten (bei Angina) oder dem HIV‑Medikament Ritonavir. Solche Wechselwirkungen können zu lebensbedrohlichem Blutdruckabfall oder Herzinfarkt führen.

Unklare Dosierung und Einnahme
Oft fehlen genaue Angaben zur einnahme. Das erhöht das Risiko einer Überdosierung.
Besonders vorerkrankte menschen mit Herz‑Kreislauf‑Problemen tragen ein hohes Risiko. Im schlimmsten Fall droht ein akuter Herzinfarkt.
- Regulärer honig hat keine belegte potenzsteigernde Wirkung.
- Bei Erektionsproblemen lasse dich medizinisch abklären statt zweifelhaften Mitteln zu vertrauen.
| Risiko | Folge | Konkreter Auslöser |
|---|---|---|
| Wechselwirkung | Starker Blutdruckabfall, Schock | Nitrate, Ritonavir |
| Überdosierung | Kopfschmerzen, Sehstörungen, Herzprobleme | Unklare Dosierungsangaben |
| Vorerkrankte Menschen | Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt | Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen |
Rechtliche Lage und praktische Hinweise: Zoll, Internetbestellungen und Reisen
Rechtlich gelten solche Produkte meist nicht als Lebensmittel, sondern als verschreibungspflichtige Arzneimittel. PDE‑5‑Hemmer dürfen nur mit Rezept abgegeben werden. Die Abgabe ohne Rezept verstößt gegen das Arzneimittelgesetz und kann Ermittlungen nach sich ziehen.
Die Generalzolldirektion meldet, dass viele Sendungen aus der Türkei, aus Staaten des Mittleren Ostens oder aus Malaysia stammen. Ein prominentes Beispiel ist der Fund in Biberach, der zu einem Ermittlungsverfahren führte.

Arzneimittelgesetz: Verschreibungspflicht, Verstöße und Ermittlungen
Warum das wichtig ist: Ohne ärztliche Kontrolle besteht ein hohes Risiko. Verstöße können strafrechtlich verfolgt werden.
Dein Schutz im Alltag: seriöse Bezugsquellen, Vorsicht bei Mitbringseln und Online-Angeboten
Achte beim Kauf auf klare Kennzeichnung, Herstellerangaben und amtliche Prüfzeichen. Bestellungen über das internet sind besonders riskant.
- Vermeide unbekannte Händler aus dem Ausland.
- Behandle Mitbringsel aus dem Urlaub skeptisch.
- Nimm keine ungekennzeichnete einnahme von Produkten ohne Arztanweisung vor.
- Ein Grünen‑Abgeordneter und Hobby‑Imker betont: regulärer honig im Supermarkt ist in der Regel unbedenklich.
| Risiko | Konsequenz | Maßnahme |
|---|---|---|
| Illegale Abgabe | Ermittlungen, Strafen | Keine Bestellung ohne Rezept |
| Import aus Ausland | Unbekannte Wirkstoffe | Nur geprüfte Produkte kaufen |
| Selbsteinnahme | Gesundheitsgefahr | Ärztliche Beratung einholen |
Fazit
, Das Fazit ist klar: Gepanschte Produkte bergen echte Gesundheitsgefahren, die du nicht ignorieren solltest.
Viele Proben von potenzhonig enthalten verschleierte PDE‑5‑Hemmer und können schwere nebenwirkungen auslösen. Denke an den Fund am flughafen Köln/Bonn mit fast 35 kilogramm im gepäck einer Reisenden.
Die versprochene wirkung ist ohne ärztliche Kontrolle riskant. Besonders gefährdete menschen mit Vorerkrankungen sollten sich medizinisch beraten lassen.
Prüfe Online‑Angebote genau, meide ungeklärte Mitbringsel aus dem Ausland und vertraue auf ärztliche Behandlung statt auf zweifelhafte Produkte. Regulärer Honig ist kein Ersatz für medizinische Hilfe.
